Bei einer Demonstration am Samstag in Köln gegen Aufrüstung ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Verletzten bei Demonstranten und Polizei gekommen. Elf Polizistinnen und Polizisten hätten nach dem Stand am späten Samstagabend Verletzungen erlitten, ein Polizist sei nicht dienstfähig, erklärte die Polizei am Samstagabend in Köln.
Nach Angaben des Vereins "Demosanitäter" vom Sonntag gab es aufseiten der Demonstranten 200 Verletzte. 22 von ihnen hätten ärztlich oder rettungsdienstlich weiterbehandelt werden müssen. Besonders auffällig sei "die hohe Zahl an Verletzen mit Kopf- und Gesichtsverletzungen" gewesen.
Das Bündnis "Rheinmetallentwaffnen" kritisierte eine übermäßige Polizeigewalt und eine sechsstündige Einkesslung eines Teils der Demonstranten. Das Bündnis gab die Zahl der Teilnehmenden mit insgesamt 3.500 an. Ein Polizeisprecher nannte dem epd eine Teilnehmerzahl im "unteren vierstelligen Bereich".
Starkes Signal gegen Aufrüstung
Die Demonstration habe indessen ein starkes Signal gesetzt, dass so viele Menschen in Deutschland gegen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft auf die Straße gingen, sagt eine Sprecherin des Bündnisses am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Die Polizei habe zur Unterbindung weiterer Angriffe auf Einsatzkräfte "einfache körperliche Gewalt" eingesetzt, räumte die Polizei ein. Aus einem Teil der Demonstration hätten vermummte Personen die Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen. Weitere vermummte Teilnehmende hätten die Einsatzkräfte mit Schlägen und Tritten angegriffen und sie mit Löschmitteln aus Feuerlöschern besprüht.
Polizei hat "unfriedliche" Gruppe festgesetzt
Bei der Demonstration habe die Polizei einen gewaltbereiten Teil von dem friedlichen Teil getrennt, sagte der Polizeisprecher. Eine "unfriedliche Gruppierung von rund 300 Teilnehmenden" sei festgesetzt und ihre Personalien aufgenommen worden. Dies dauerte nach Angaben des Sprechers vom Nachmittag bis etwa 22 Uhr.
Die Polizei habe mehrere Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Der Teil der friedlichen Versammlungsteilnehmenden habe sich zu einer Kundgebung versammelt, die am Abend "weitestgehend störungsfrei beendet" worden sei, teilte die Polizei weiter mit.
Die Demonstration gehörte zu dem am Dienstag gestarteten "Rheinmetallentwaffnen - Camp". Unter dem Motto "Kampf den Kriegstreibern - Für unsere Zukunft!" waren bis zum Wochenende Workshops und Aktionen angekündigt.



