Wegen AfD-Wahlkampf: Kirche bittet Frau, Ehrenämter abzugeben

Wegen AfD-Wahlkampf: Kirche bittet Frau, Ehrenämter abzugeben
Eine evangelische Kirchengemeinde hat eine Ehrenamtliche aufgefordert, ihre Ämter aufzugeben, weil sie den AfD-Wahlkampf ihres Lebensgefährten unterstützt hat. Sie wolle sich nicht von "menschenverachtenden Positionen" der Partei distanzieren.

Oldenburg (epd). Die evangelische Kirchengemeinde Wardenburg bei Oldenburg hat eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aufgefordert, ihre kirchlichen Ämter niederzulegen, weil sie den Wahlkampf ihres Lebensgefährten für die AfD unterstützt. Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch bestätigte am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) den Vorgang. Zuerst hatte die Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ berichtet.

Ausschlaggebend seien „die anhaltende proaktive und öffentliche Unterstützung des AfD-Wahlkampfs sowie die Weigerung, sich von menschenfeindlichen und menschenverachtenden Äußerungen der AfD zu distanzieren“, sagte Grötzsch. Das stehe im krassen Widerspruch zu den Grundüberzeugungen der Kirchengemeinde.

Ausgebildete Prädikantin

Bis zum Juli war die Frau laut Grötzsch ehrenamtlich im Förderverein der Gemeinde und bei der Aktion „Anderer Advent“ aktiv. Außerdem war die ausgebildete Prädikantin lange Zeit ehrenamtliche Predigerin in der Gemeinde. Aus dieser Tätigkeit wurde sie jedoch bereits vor einigen Jahren offiziell in der Kirchengemeinde verabschiedet. Laut der „Nordwest-Zeitung“ ist die Frau nach der Aufforderung, ihre Ehrenämter zu beenden, aus der Kirche ausgetreten.

Leitende der Kirchengemeinde Wardenburg hätten mit der Frau mehrfach das Gespräch gesucht, sagte Grötzsch. Dabei sei „deutlich geworden, dass sich die Frau in keinerlei Weise von den menschenverachtenden Aussagen der AfD distanzieren möchte und sie den Wahlkampf ihres Lebensgefährten für die AfD weiterhin aktiv und öffentlich sichtbar unterstützen wird“.