Sport und Kunst sind die beliebtesten Schulfächer

Sport und Kunst sind die beliebtesten Schulfächer
Eine Studie der Universität Osnabrück zeigt große Unterschiede bei der Beliebtheit von Schulfächern. Vor allem naturwissenschaftliche Fächer verlieren demnach im Laufe der Schulzeit an Zuspruch.

Osnabrück (epd). Sport, Kunst und Englisch stehen einer Studie zufolge bei Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen hoch im Kurs. Demgegenüber bilden Chemie und Physik die Schlusslichter, wie die Universität Osnabrück am Donnerstag mitteilte. Chemiedidaktiker und Erziehungswissenschaftler haben für die Studie eigenen Angaben zufolge mehr als 5.600 Jugendliche der Jahrgangsstufen 5 bis 13 befragt. Diese besuchten 19 weiterführende Schulen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden-Württemberg.

Im Gesamtranking erhielt Sport nach Angaben der Wissenschaftler mit der Durchschnittsnote 1,93 die beste Bewertung. Kunst folgt demnach mit 2,19 und Englisch mit 2,45 auf den weiteren Plätzen. Am anderen Ende der Rangliste rangieren Chemie mit 3,01 und Physik mit 3,06. Für die Untersuchung bewerteten die Jugendlichen insgesamt 17 Schulfächer nach dem Schulnotenprinzip von eins bis sechs.

Alle Schulfächer verlieren während der Sek I an Beliebtheit

Fast alle Schulfächer verlieren während der Sekundarstufe I an Beliebtheit bei den Jugendlichen. Besonders stark treffe dies Chemie, Physik und die zweite Fremdsprache, wie die Forschenden erklärten. Sobald es abstrakter werde und gerechnet werden müsse, sänken die Werte in den Naturwissenschaften.

„Für uns als Chemiedidaktiker ist das zunächst ein ernüchternder Befund: Chemie und Physik gehören tatsächlich weiterhin zu den am wenigsten beliebten Fächern“, erklärte der Chemiedidaktiker Lars Otte. Gleichzeitig zeige die Untersuchung jedoch kein generelles Desinteresse an den Naturwissenschaften, betonte dessen Kollege Marco Beeken. „Unsere Ergebnisse sind deshalb weniger ein Urteil über ein Fach als ein klarer Auftrag an die Fachdidaktik.“

Bei der direkten Frage nach Lieblingsfächern belegte Sport mit knapp 25 Prozent der Nennungen den ersten Platz. Mathematik polarisierte unterdessen stark: Das Fach wurde häufig als Lieblingsfach genannt, landete aber gleichzeitig mit rund 20 Prozent mit großem Abstand am häufigsten auf der Liste der unbeliebtesten Fächer.