Paderborn (epd). Angesichts der hohen Zustimmungswerte für die in Teilen rechtsextreme AfD hält es der katholische Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz für entscheidend, dass die Kirche Profil zeigt und zugleich im Gespräch mit Wählern der Partei bleibt. Kirche sollte deutlich machen, dass sie für die Leidenschaft für Freiheit stehe, für Gerechtigkeit, für das Einstehen für Demokratie sowie für ein Menschenbild, das nicht ausgrenze, sagte Bentz am Mittwochabend beim traditionellen Medienempfang des Erzbistums.
„Rechtspopulismus werden wir nicht eliminieren können, nicht abschaffen können, auch nicht durch ein Parteienverbot“, sagte der Erzbischof. Man könne ihn jedoch entlarven. Es gehe darum zu zeigen, dass Rechtspopulismus zwar momentan die Welt massiv verändere. Es sei aber nirgendwo wirklich zu seiner Verbesserung gekommen. Als Beispiele nannte Bentz den Brexit in Großbritannien, die Situation in Ländern wie Ungarn und Polen oder die USA unter Präsident Donald Trump.
Ängste, aber keine Lösungen
Rechtspopulistische Parteien arbeiteten mit Ängsten, lieferten jedoch keine konkreten Antworten, sagte Bentz. Kirche müsse deutlich machen, dass es bei der Beteiligung an der öffentlichen Meinungsbildung nicht darum gehe, „uns selbst zu retten“, sagte Bentz mit Blick auf Forderungen der AfD, die Kirchensteuer oder Staatsleistungen an die Kirchen abzuschaffen. Es gehe darum, „dass wir einstehen wollen für etwas, was diese Gesamtgesellschaft betrifft“.
Die Kirche und Gemeinden vor Ort müssten sich damit auseinandersetzen, dass es in ihren Reihen auch AfD-Sympathisanten gebe, räumte Bentz ein. Wichtig sei es, mit diesen Menschen im Gespräch zu bleiben. Dabei müsse klar werden, dass nicht um den persönlichen Glauben gehe, sondern darum, wofür diese Partei stehe. Es bleibe dabei, dass ein politisches Mandat der AfD oder einer anderen rechtspopulistischen oder - extremen Partei mit einem Mandat innerhalb der Kirche unvereinbar sei.



