Laser schützen Halberstädter Dom vor Umweltschäden

Laser schützen Halberstädter Dom vor Umweltschäden
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat den Einsatz von Lasern in der Denkmalpflege erproben lassen. Testobjekt war der Halberstädter Dom, dem Schwefelschäden zusetzen.

Osnabrück, Halberstadt (epd). Historische Gebäude können künftig besser mit der bereits seit Jahren gebräuchlichen Lasertechnik vor Umweltschäden geschützt werden. Ein Forschungsprojekt der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt hat anhand des Halberstädter Doms erstmals Standards für den komplizierten Einsatz von Lasern in der Denkmalpflege entwickelt, wie die in Osnabrück ansässige Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Montag mitteilte. Der Dom sei als Referenzobjekt ausgewählt worden, weil er im Inneren wie im Äußeren vielfältige Schadensbilder aufweise.

Der 1492 geweihte Kirchenbau besteht den Angaben zufolge überwiegend aus Halberstädter Muschelkalk, dessen Oberfläche sich bei Kontakt mit Schwefelsäure in Gips umwandelt. Diese Säure entsteht aus feuchter Luft und Schwefeldioxid, das durch Kohleverbrennung freigesetzt wird. Durch das Projekt konnten Verkrustungen an dem Dom im und am Gebäude reduziert werden. Das Projekt am Halberstädter Dom habe gezeigt, wie unterschiedliche Lasersysteme für spezifische Objekte einzustellen sind, um eine substanzschonende Restaurierung zu gewährleisten, erläuterte DBU-Referentin Constanze Fuhrmann.

Datenbank hilft historischen Gebäuden in ganz Deutschland

Im Rahmen des Vorhabens sei erstmals ein grundlegender Anwendungs- und Einstellungskatalog für den Einsatz von Lasern im Denkmalschutz entstanden. Die Ergebnisse sind laut Fuhrmann in eine eigens erstellte Datenbank eingeflossen. Sie könnten nun für zahlreiche historische Gebäude in ganz Deutschland genutzt werden, die gleichfalls von schädlichen Emissionen betroffen seien.