Stuttgart (epd). Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) lässt sich womöglich künftig vorab bestimmen, ob eine Umstellung des Lebensstils bei starkem Übergewicht erfolgreich ist. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Hohenheim hat ein Prognose-Modell entwickelt, das den Erfolg strukturierter Abnehmprogramme vorhersagen kann, wie die Universität am Montag in Stuttgart mitteilte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Microbiome“ veröffentlicht.
Für das Prognose-Modell nutzten die Wissenschaftler Daten von 50 Erwachsenen mit fortgeschrittener Adipositas, die an einem einjährigen Programm mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie teilnahmen. Eine KI wurde mit Messwerten zum Körpergewicht, Blutwerten sowie Daten zur Zusammensetzung der Darmbakterien (Darmmikrobiom) trainiert. Der Algorithmus konnte anschließend mit hoher Genauigkeit vorhersagen, welche Teilnehmenden besonders stark an Gewicht verloren.
Ziel: Adipositas-Therapie individuell anpassen
Nach Angaben der Forscher soll das Verfahren helfen, die Adipositas-Therapie individuell anzupassen. Wer voraussichtlich nicht von einer reinen Lebensstiländerung profitiert, könnte so frühzeitig andere Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente oder chirurgische Eingriffe empfohlen bekommen. Das erspare Betroffenen langwierige und unter Umständen wirkungslose Abnehmversuche.



