Genf (epd). Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat eine Strafverfolgung der Täter des jüngsten Massakers in Haiti gefordert. Bei dem Bandenangriff seien mindestens 47 Menschen getötet worden, darunter mehrere Kinder, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag in Genf mit.
Weitere 22 Menschen hätten Verletzungen erlitten. Den Angaben zufolge verschleppten die Angreifer 52 Menschen. Der Überfall am Sonntag in Kenscoff, einem Ort am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince, reiht sich laut dem Hochkommissariat in die anhaltende Serie von Gewalttaten in dem Karibikstaat ein.
Bande stürmte das Stadtzentrum
Etwa 150 schwer bewaffnete Bandenmitglieder stürmten den Angaben zufolge das Zentrum von Kenscoff und eröffneten das Feuer auf Anwohner. Dabei seien mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Anschließend verfolgten laut Hochkommissariat die Angreifer Dutzende Anwohner, von denen sie weitere 34 getötet hätten.
Nach dem Massaker warfen Menschenrechtler den Behörden Untätigkeit vor. Trotz Drohungen der Banden in den sozialen Netzwerken, Kenscoff anzugreifen, seien die Sicherheitskräfte kaum präsent gewesen, kritisierte das „Nationale Netzwerk für die Menschenrechte“. Die einzigen gepanzerten Fahrzeuge in der Stadt seien für den Schutz von Regierungsmitgliedern im Einsatz gewesen.
In Haiti terrorisieren bewaffnete Banden seit Jahren die Bevölkerung. Sie vergewaltigen, entführen, setzen Gebäude in Brand und morden. Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni erfassten die UN 1.408 Tote und 656 Verletzte im Zusammenhang mit der Bandenkriminalität.



