Berlin (epd). Verschollen auf der Flucht, im Krieg oder nach Naturkatastrophen: Im Bereich der internationalen Suche sind beim Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vergangenes Jahr 1.841 vermisste Angehörige neu registriert worden. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres gingen 786 Vermissten-Anzeigen ein, wie das DRK am Donnerstag in Berlin mitteilte.
Afghanistan, die Ukraine, Somalia, Syrien und der Irak waren demnach die Hauptherkunftsländer. In 23 Prozent der Anfragen habe man Hilfe leisten können, sagte die Leiterin des DRK-Suchdienstes, Frauke Weber. Die Zahlen wurden anlässlich des internationalen Tags der Vermissten am Sonntag veröffentlicht.
„Recht auf Gewissheit“
„Hinter jeder Zahl steht eine Familie, die auf Nachricht wartet“, sagte Weber. Die Angehörigen von Vermissten lebten in Ungewissheit, dabei hätten sie ein „Recht auf Gewissheit“.
Der DRK-Suchdienst unterstützt Menschen, die ihre Angehörigen nicht mehr auffinden können. Die Arbeit wird vom Bundesinnenministerium gefördert. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird die Suchdienst-Arbeit in allen 191 nationalen Gesellschaften der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung wahrgenommen.
Der Internationale Tag der Vermissten wird jedes Jahr am 30. August begangen. Damit wird an das Schicksal von Verschwundenen und Vermissten sowie deren Angehörigen auf der ganzen Welt erinnert.
Tausende Suchanfragen zu Zweitem Weltkrieg
Laut DRK gehen auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs jedes Jahr Tausende Anfragen der Angehörigen von Vermissten ein. 2025 habe es 7.752 entsprechende Suchanfragen gegeben.



