Kolumbien kündigt Auslieferungen an USA an

Kolumbien kündigt Auslieferungen an USA an
Der neue Präsident de la Espriella verschärft damit den Konflikt mit den bewaffneten Gruppen. Ausgeliefert werden soll unter anderem ein ehemaliger Führer der Farc-Guerilla.

Lima, Bogotá (epd). Die neue ultrarechte Regierung in Kolumbien verschärft den Konflikt mit den bewaffneten Gruppen im Land. Am Mittwoch (Ortszeit) unterschrieb Präsident Abelardo de la Espriella ein Dekret zur Auslieferung von fünf Führungspersonen von im Land agierenden bewaffneten Gruppen an die USA, darunter einen ehemaligen Führer der Farc-Guerilla.

Die Personen hätten keinen Beitrag zu einer Findung von Frieden geliefert, erklärte de la Espriella, der Anfang des Monats das Amt übernommen hatte. „Ganz im Gegenteil, sie haben sich über die Justiz und die kolumbianische Gesellschaft hinweggesetzt“, sagte der Präsident laut der Zeitung „El Tiempo“.

USA sprechen von „Drogenterrorismus“

An die USA überstellt werden soll auch der bereits inhaftierte ehemalige Farc-Führer Willington Henao Gutiérrez, dessen Auslieferung im Juli 2025 vom damaligen Präsident Gustavo Petro gestoppt worden war, um Verhandlungen mit den bewaffneten Gruppen zu fördern. Die USA bezichtigen ihn und den anderen Auszuliefernden der Geldwäsche und des „Drogenterrorismus“.

In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen Guerillas, rechten Paramilitärs und dem Staat, in dem mehr als 300.000 Menschen getötet wurden. Die bewaffneten Gruppen kontrollieren weite Landstriche und finanzieren sich durch den illegalen Abbau von Gold und der Produktion von Kokain, unter anderem für den europäischen Markt.