Unions-Arbeitskreis: Linke diffamiert evangelikale Christen

Unions-Arbeitskreis: Linke diffamiert evangelikale Christen
Eine Passage im Wahlprogramm der Linken in Sachsen-Anhalt sorgt für scharfe Kritik: EAK-Chef Thomas Rachel sieht darin eine Gleichsetzung evangelikaler Christen mit islamistischen Dschihadisten.

Berlin (epd). Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU (EAK) hat die Gleichsetzung von evangelikalem Christentum mit dem Islamismus durch die Linkspartei in Sachsen-Anhalt verurteilt. „Die Gleichsetzung von sogenanntem 'evangelikalen' Christentum mit dem menschenverachtenden und antisemitischen Terror des islamistischen Dschihadismus ist eine ungeheuerliche Diffamierung dieses bis heute so vielfältigen, lebendigen Frömmigkeitszweiges des christlichen Glaubens in unserem Land“, erklärte der EAK-Bundesvorsitzende und CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel am Mittwoch in Berlin.

Im Wahlprogramm der Partei „Die Linke“ in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl am 6. September 2026 in dem Bundesland heißt es, die Linke setze sich dafür ein, „dass religiöser Fundamentalismus, sei er christlich-evangelikaler oder jihadistischer Prägung, durch Intervention, Aufklärungsarbeit, Prävention und zivilgesellschaftliche Initiativen entschieden bekämpft wird.“ Dazu erklärte Rachel: „Ausgerechnet in Deutschland, wo historisch gesehen Pietismus und Aufklärung zeitgleich miteinander in Blüte standen, evangelikal geprägten Christen und Kirchengemeinden einen gewaltbereiten und demokratiefeindlichen Fundamentalismus zu unterstellen, 'der entschieden bekämpft' werden müsse, ist infam.“

Lob pietistisch-evangelikaler Frömmigkeit

Die Linke verharmlose und relativiere in ihrem aktuellen Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt nicht nur die Gefahr des Islamismus. Die Linke agiere hier „zusätzlich heuchlerisch“, denn sie wolle wohl von der zum Teil „äußerst problematischen Nähe zu islamistischen Personen und Kreisen sowohl in den eigenen Reihen als auch bei der eigenen Wählerschaft ablenken“, so Rachel.

Pietistisch-evangelikale Frömmigkeit zeichne sich traditionell gerade durch „das jesuanische Gebot der absoluten Friedfertigkeit, die ernsthafte Gewissensprüfung sowie den Geist der konsequenten persönlichen Nachfolge Jesu Christi aus“, fügte Rachel hinzu. Der CDU-Politiker Rachel ist Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und seit Mai 2025 Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit.