Bonn (epd). Der Klimawandel heizt die Weltmeere weiter auf: Am vergangenen Wochenende wurde laut dem EU-Klimadienst der höchste jemals gemessene Tageswert der weltweiten durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur verzeichnet. Er habe am 22. August bei 21,1 Grad Celsius gelegen, teilte Copernicus am Montag in Bonn mit. Der Zeitpunkt dafür sei besonders auffällig, erklärte der Klimadienst. Denn üblicherweise würden die höchsten Meerestemperaturen im März und April gemessen. Die vorherige Höchsttemperatur war im März 2024 mit 21,09 Grad verzeichnet worden.
Wachsende Risiken für Extremwetter
Dabei führe das Wetterphänomen El Niño aktuell zu einer zusätzlichen Erwärmung des Systems, erklärte Samantha Burgess, Klimaexpertin beim Europäischen Wetterdienst ECMWF. „Doch dies geschieht zusätzlich zu der jahrzehntelangen, vom Menschen verursachten Erwärmung“, betonte sie. „Dieser Rekord ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass das Meer zunehmend unter Druck steht.“ Mit dem anhaltenden Anstieg der Meerestemperaturen nähmen auch die Risiken für marine Lebensräume und Küstengemeinden weiter zu.
Höhere Meerestemperaturen steigerten zudem das Potenzial für Extremwetterereignisse, erklärte Copernicus. Ein wärmerer Ozean gebe mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre ab, was zu stärkeren Niederschlägen und intensiveren Sturmsystemen führen könne. Zudem könne wärmeres Meer Kohlendioxid weniger effizient binden. Dadurch könne „einer der wichtigsten natürlichen Puffer unseres Planeten gegen den Klimawandel“ geschwächt werden.
Als Monatswert wurde bereits im Juli die höchsten jemals gemessenen durchschnittlichen Meeresoberflächentemperaturen verzeichnet. Der Wert betrug demnach 20,96 Grad Celsius und übertraf damit den bisherigen Juli-Rekord von 20,80 Grad aus dem Jahr 2023. Erfasst wurden die Oberflächentemperaturen der Ozeane außerhalb der Polarregion.



