Nairobi, Lusaka (epd). Nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Sambia bleibt die Stimmung in dem südafrikanischen Land angespannt. Laut Medienberichten will der unterlegene Präsidentschaftskandidat Brian Mundubile den Wahlsieg des amtierenden Präsidenten Hakainde Hichilema vor Gericht anfechten. Es gehe darum, die Integrität der Demokratie in Sambia zu wahren, erklärte Mundubile laut einem Bericht des Nachrichtenportals „Zambian Politics News“ von Donnerstag.
Mundubiles Partei NRPUP hingegen hatte die Niederlage eingeräumt und erklärte, sich nicht weiter mit den verlorenen Wahlen aufhalten zu wollen. Der Vorsitzende Ezra Tembo gratulierte Hichilema zur Wiederwahl.
Ehemaliger Minister erschossen
Hichilema hatte die Wahlen am vergangenen Donnerstag laut offiziellen Ergebnissen mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Auszählung war aufgrund von Gewalt zwischenzeitlich für mehrere Stunden ausgesetzt.
Am Mittwochabend bestätigte die Polizei laut der Zeitung „Lusaka Times“, dass bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte einen Tag nach der Wahl der ehemalige Transportminister Mutotwe Kafwaya erschossen wurde. Er war seit Freitag vermisst. Bei dem Einsatz seien elf Oppositionsanhänger verhaftet und Waffen sichergestellt worden. Ihnen werde eine Verschwörung zum Hochverrat angelastet, hieß es.
UN-Menschenrechtskommissar besorgt
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, äußerte sich besorgt über die Entwicklungen vor und nach der Wahl. In einer Erklärung von Mittwoch forderte Türk die sambische Regierung dazu auf, willkürliche Verhaftungen zu unterlassen. Es sei von „entscheidender Bedeutung, die Achtung der Menschenrechte zu wahren und sicherzustellen, dass etwaige Beschwerden im Zusammenhang mit den Wahlen friedlich vorgebracht und geklärt werden“.
Der Oppositionspolitiker Mundubile hatte der Regierung und Polizei während des Wahlkampfes wiederholt Angriffe auf ihn und seine Unterstützer vorgeworfen. Auch Amnesty International äußerte sich besorgt.



