Berlin (epd). Die Vorsitzende des Berliner Landesschülerausschusses, Jennifer Rosin, wünscht sich knapp einen Monat vor der Abgeordnetenhauswahl mehr politische Bildung an Berliner Schulen. Es sei bezirks- und schulformabhängig, ob Schülerinnen und Schüler gut auf die anstehende Wahl vorbereitet werden, sagte Rosin am Donnerstag im RBB-Inforadio. Bei der Wahl am 20. September zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen sind 16- und 17-Jährige erstmals wahlberechtigt.
Zwar gebe es einige Schulen, meist Gymnasien, die Podiumsdiskussionen vor der Wahl planten, andere gingen jedoch gar nicht auf das Thema ein. Neben politischer Bildung sei auch Medienbildungsunterricht wichtig, da Schülerinnen und Schüler anfällig für Fake News und Desinformation seien, erklärte Rosin, die sich auch bei der Jugendorganisation der SPD engagiert.
Themen von Jugendlichen im Wahlkampf unbedeutend
Dazu hätten Jugendliche das Gefühl, dass ihnen nicht richtig zugehört werde. Themen, die für junge Menschen wichtig seien, seien im Wahlkampf nicht von Interesse, kritisierte Rosin. Dazu gehörten der Klimawandel, aber auch zu hohe Mieten in der Stadt. Parteien verpassten so die Chance, eine neue Wählergruppe „einfach mal abzuholen“, sagte Rosin.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus dürfen 16- und 17-Jährige zum ersten Mal wählen. Nach der Wahl im Jahr 2023 senkte das Abgeordnetenhaus das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre.



