Berlin (epd). Der Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen beklagt Defizite beim Erfassen und Vermeiden von Behandlungsfehlern. Weil es kein verbindliches Monitoring für solche Fälle gebe, sei unklar, „wie sich die Patientensicherheit in Deutschland tatsächlich entwickelt“, heißt es in der Jahresstatistik des Medizinischen Dienstes zu Behandlungsfehlern, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.
Die zur Begutachtung gerufenen Fachleute sähen immer wieder ähnliche oder identische Fehlerkonstellationen. Das gelte auch für besonders schwerwiegende und zugleich gut vermeidbare Fälle, die erhebliche Schäden nach sich ziehen könnten, erklärte der Medizinische Dienst. „Wenn solche Fehler geschehen, dann weist das eindeutig auf Risiken im Versorgungsprozess hin, denen systematisch nachgegangen werden muss, um weitere Schadensfälle zu verhindern.“
Andere Länder könnten Vorbild sein
In vielen Ländern würden insbesondere die schweren Fälle, sogenannte Never Events, für das „Erkennen, Umsetzen und Bewerten von Sicherheitsmaßnahmen“ genutzt, erklärte der Medizinische Dienst. „International anerkannte Konzepte zur systematischen Fehlervermeidung sollten auch hierzulande eine Selbstverständlichkeit in der Versorgung sein.“
Im vergangenen Jahr untersuchten die Medizinischen Dienste in den Bundesländern laut der Statistik 11.735 mögliche Behandlungsfehler, die Versicherte bei den Krankenkassen gemeldet hatten. In 3.098 Fällen ergab die Begutachtung, dass es tatsächlich einen Fehler und einen Schaden gab. Der Medizinische Dienst Bund, der die Daten zusammenführt, betonte, dass die Zahlen nicht repräsentativ seien und es eine hohe Dunkelziffer gebe.



