Innungskrankenkassen dringen auf inhaltliche Reformen

Innungskrankenkassen dringen auf inhaltliche Reformen
Das Beitragsstabilisierungsgesetz ist nach Auffassung der Innungskrankenkassen maximal ein Anfang. Sie vermissen strukturelle Änderungen im Gesundheitswesen, vor allem bei Krankenhäusern und Arzneimitteln.

Berlin (epd). Die Innungskrankenkassen (IKK) fordern vom neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) strukturelle Reformen des Gesundheitssystems. Das Mitte Juli von Bundestag und Bundesrat beschlossene Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei notwendig, sagte der Vorstandsvorsitzende des IKK-Dachverbands, Hans-Jürgen Müller, am Mittwoch in Berlin, es sei aber „nur ein erster Schritt“.

Bei der Ausgabensteuerung sehen die Innungskrankenkassen weiter große Defizite im Bereich der Krankenhäuser und der Arzneimittel. „Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die teuersten Sektoren mit den höchsten Ausgabensteigerungen politisch nicht angemessen an den notwendigen Einsparungen beteiligt werden“, sagte Müller.

Umfrage zeigt hohe Unzufriedenheit

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage von Anfang Juli im Auftrag der IKK sehen die mehr als 1.000 Befragten als mit Abstand größtes Problem die langen Wartezeiten auf Arzttermine. 80 Prozent gaben diese Antwort. 61 Prozent nannten Leistungseinschränkungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Diese Probleme werden in der allgemeinen Wahrnehmung von der Bundesregierung nicht ausreichend bearbeitet. 77 Prozent der Befragten äußerten sich in der Umfrage unzufrieden mit der aktuellen Gesundheitspolitik, im vergangenen Jahr waren es erst 66 Prozent gewesen. Um steigende Kassenbeiträge für alle zu verhindern, favorisieren fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten eine stärkere Beteiligung von Gutverdienern durch eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Fast ebenso viele (72 Prozent) sprechen sich für eine Zuckersteuer aus.