Brasilien: Öl-Fund bei Testbohrungen nahe Amazonasmündung

Brasilien: Öl-Fund bei Testbohrungen nahe Amazonasmündung
Seit Monaten wird vor der Küste Brasiliens nahe der Amazonasmündung nach Erdöl gesucht - gegen den Widerstand von Umweltschützern. Testbohrungen liefern nun ersten Ergebnisse.

Salvador da Bahia (epd). Bei umstrittenen Testbohrungen vor der nordbrasilianischen Küste ist der halbstaatliche Ölkonzern Petrobas auf Erdöl gestoßen. Dies berichtete die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ am Montag (Ortszeit). Die Bohrungen in dem ökologisch sensiblen Küstengebiet nahe der Amazonasmündung waren im vergangenen Oktober von der Umweltbehörde Ibama genehmigt worden.

„Wir haben Öl gefunden“, sagte die Petrobas-Vorsitzende Magda Chambriard bei einem Treffen mit dem brasilianischen Präsidenten Luis Inácio Lula da Silva. Noch sei jedoch nicht abzusehen, welche Mengen in mehr als 2.800 Metern Tiefe vorhanden seien.

Unfall an Bohrloch

Fündig wurde der Konzern im Bohrloch „Morph“, aus dem im Januar bei einem Unfall bis zu 18.000 Liter Bohrflüssigkeit ausgelaufen waren. Petrobras hat in der Region des sogenannten Blocks 59 Genehmigungen für Testbohrungen an drei weiteren Stellen beantragt. Diese seien notwendig, um das gesamte Ausmaß des Vorkommens einschätzen zu können. Ibama verlangt weitere Daten, um über die Anträge zu entscheiden.

Die Genehmigung für die Testbohrungen war zunächst von Ibama abgelehnt worden. Kurz vor der 30. Weltklimakonferenz (COP 30) in der Amazonas-Metropole Belém wurde die Genehmigung auf Druck von Präsident Lula doch noch erteilt.

Widerstand von Umweltschützern

Lula treibt die Erdölförderung im Amazonasbecken gegen den Widerstand von Umweltschützern und indigenen Volksgruppen voran. Zugleich setzte er sich bei der COP 30 für einen Ausstieg aus fossilen Energien ein. Mit Blick auf den Fund sagte Lula: „Das hier ist unser Pass in die Zukunft.“ Zugleich versprach er, sich weiterhin um die Umwelt zu kümmern.