Dutzende Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet

Dutzende Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Die Crew der "Ocean Viking" rettete 55 Menschen aus Seenot.

Berlin (epd). Die „Ocean Viking“ hat 55 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Die Männer, Frauen und Kinder seien am Morgen in der maltesischen Such- und Rettungsregion aus einem überfüllten Schlauchboot geholt worden, teilte die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée am Montag in Berlin mit. Sie hätten zuvor drei Tage auf See verbracht.

Die Geretteten stammten überwiegend aus dem Sudan und dem Südsudan, hieß es weiter. Im Sudan herrscht seit drei Jahren Krieg, auch der Südsudan wird seit Jahren von Kämpfen erschüttert.

Schon 1.650 Tote und Vermisste in diesem Jahr

Der Einsatz sei inmitten einer sich zuspitzenden Lage im zentralen Mittelmeer erfolgt, erklärte SOS Méditerranée. In den vergangenen Tagen hätten Luftbeobachtungsmissionen erneut Tote in der See gesichtet.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen.

Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es nicht. Lediglich die Schiffe privater Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen. Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits rund 1.650 Tote oder Vermisste bei Versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, gemeldet.