Welthungerhilfe: Humanitäre Krise in Afghanistan ist chronisch

Welthungerhilfe: Humanitäre Krise in Afghanistan ist chronisch
2021 zogen westliche Staaten ihre Truppen abrupt aus Afghanistan ab, die Taliban erlangten erneut die Macht in dem Land am Hindukusch. Seither hat sich die Lage für viele Menschen, vor allem Frauen, verschlechtert, kritisiert die Theologin Käßmann.

Berlin, Kabul (epd). Fünf Jahre nach der Machtübernahme durch die Taliban sieht die Welthungerhilfe die Lage in Afghanistan als eine der größten humanitären Krisen weltweit an. Die Regionaldirektorin der Welthungerhilfe für Asien, Elke Gottschalk, sprach am Samstag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) von einer chronischen humanitären Krise dort. Sie fügte hinzu: „Aber wir können nicht die afghanische Bevölkerung alleine lassen, weil wir mit der Regierung nicht einverstanden sind.“

Nach den Worten der Welthungerhilfe-Regionaldirektorin sind 45 Prozent der Bevölkerung dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 17 Millionen Menschen litten unter akutem Hunger, darunter 3,7 Millionen Kinder. „Die Situation ist wirklich dramatisch“, sagte Gottschalk.

Lebensmittel verderben

Man könne dabei nicht sagen, dass es in Afghanistan keine Nahrungsmittel gebe: „Im Moment zum Beispiel durch die Konflikte mit geschlossenen Grenzen verderben in Afghanistan geradezu frische Lebensmittel, die normalerweise exportiert werden würden. Aber sie kommen nicht dahin, wo die Menschen es tatsächlich brauchen.“

Am 15. August 2021 hatten die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen.