Stiftung: Zustimmung zur Energiewende leicht zurückgegangen

Stiftung: Zustimmung zur Energiewende leicht zurückgegangen
80 Prozent der Bundesbürger wegen Klimawandel besorgt
Für eine große Mehrheit der Bundesbürger bleibt laut einer Umfrage der Klimaschutz wichtig. Viele Menschen sehen eine Wärmewende allerdings nur mit staatlicher Unterstützung und einer sozial gerechten Verteilung der Kosten für machbar.
13.08.2026
epd
Von Holger Spierig (epd).

Gütersloh (epd). Der Klimawandel macht laut einer Umfrage einer großen Mehrheit (80 Prozent) der Menschen in Deutschland Sorge, die Zustimmung für Klimaschutzmaßnahmen geht aber leicht zurück. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) ist für mehr staatliche Ausgaben für den Klimaschutz, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag bei der Präsentation des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation in Gütersloh mitteilte. Nur etwa jede zehnte Person (11 Prozent) zweifle am menschengemachten Ursprung des Klimawandels.

Die Dringlichkeit, mit der die Bevölkerung den Klimawandel bewertet, habe jedoch abgenommen, erklärte die Stiftung. Im Vergleich zu 2021 sank demnach die akute Besorgnis um rund sieben Prozentpunkte. Auch die Zustimmung zu klimapolitischen Maßnahmen ging nach Angaben der Stiftung in diesem Zeitraum leicht zurück.

Mehrheit: Staatliche Unterstützung für Energie-Umstieg nötig

Bei der Energiewende lag der Stiftung zufolge vor fünf Jahren die Zustimmung bei 69 Prozent, vor drei Jahren waren es noch 65 Prozent. Heute seien es 60 Prozent. Trotz dieser Entwicklung bestehe weiterhin „ein breites, mehrheitliches gesellschaftliches Mandat für die Energie-, Verkehrs- und Wärmewende“, heißt es in der Studie. Allerdings hielten viele Menschen (79 Prozent) den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar.

Ein Grund für den schwächer werdenden Rückhalt für den Klimaschutz sei die Sorge vor den persönlichen finanziellen Auswirkungen in den nächsten fünf Jahren, hieß es. Diese Sorge äußerte demnach mehr als jeder zweite Befragte. Fast 80 Prozent hielten den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar.

Akzeptanz durch bezahlbare und gerechte Klimapolitik

Die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen hänge auch davon ab, dass die Bürgerinnen und Bürger sie „als praktisch umsetzbar, wirtschaftlich sinnvoll und gerecht wahrnehmen“, erklärte Studienautorin Anne Meisiek. Dazu brauche es eine Klimapolitik, die bezahlbare Alternativen, verlässliche Infrastruktur und Versorgungssicherheit biete, gezielt fördere sowie die Lasten fair verteile.

Unklare Kommunikation bei Klimapolitik bemängelt

Viele Menschen bemängelten auch eine unklare Kommunikation bei der Vermittlung der Klimapolitik. 56 Prozent der Befragten bewerteten die Energiewende-Politik als tendenziell unverständlich, 63 Prozent bezeichneten sie als bürgerfern. Gut jeder zweite Befragte (55 Prozent) gab an, es fehle das Vertrauen, dass die Bundesregierung bei der Gestaltung des nachhaltigen Wandels im Interesse der Allgemeinheit handele. Dauerhaft tragfähiger Klimaschutz gelinge nur, wenn politische Entscheidungen wissenschaftlich fundiert und Menschen glaubwürdig einbezogen würden, erklärte Studienautorin Benita Ebersbach.

Für die diesjährige Online-Erhebung wurden zwischen dem 23. März und 13. April 2026 insgesamt 6.566 Menschen über 18 Jahre in Deutschland befragt. Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit am Forschungszentrum für Geowissenschaften. Dafür werden dieselben Menschen über mehrere Jahre zu ihren Einstellungen befragt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Erhebung umgesetzt.