Gütersloh (epd). Eine Mehrheit von 80 Prozent der Menschen in Deutschland ist laut einer Umfrage über den Klimawandel besorgt. Mehr als jeder zweite Befragte (54 Prozent) ist für mehr staatliche Ausgaben für den Klimaschutz, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag bei der Präsentation des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Transformation in Gütersloh mitteilte. Nur etwa jede zehnte befragte Person (11 Prozent) zweifle am menschengemachten Ursprung des Klimawandels.
Die Dringlichkeit, mit der die Bevölkerung den Klimawandel bewertet, habe jedoch abgenommen, erklärte die Stiftung. Im Vergleich zu 2021 sank demnach die akute Besorgnis um rund sieben Prozentpunkte. Auch die Zustimmung zu klimapolitischen Maßnahmen ging nach Angaben der Stiftung in diesem Zeitraum leicht zurück. Mögliche Gründe dafür seien die wirtschaftliche Situation und finanzielle Belastungen sowie ein schwindendes Vertrauen in die Umsetzungskompetenz der Politik.
Mehrheit für Energiewende - aber nicht ohne Förderung
Bei der Energiewende lag der Stiftung zufolge vor fünf Jahren die Zustimmung bei 69 Prozent, vor drei Jahren waren es noch 65 Prozent. Heute seien es 60 Prozent. Trotz dieser Entwicklung bestehe weiterhin „ein breites, mehrheitliches gesellschaftliches Mandat für die Energie-, Verkehrs- und Wärmewende“, heißt es in der Studie. Allerdings hielten viele Menschen (79 Prozent) den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar.
Für die diesjährige Online-Erhebung wurden zwischen dem 23. März und 13. April 2026 insgesamt 6.566 Menschen über 18 Jahre in Deutschland befragt. Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit am Forschungszentrum für Geowissenschaften. Dafür werden dieselben Menschen über mehrere Jahre zu ihren Einstellungen befragt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Erhebung umgesetzt.



