Berlin (epd). Umweltschützer fordern eine Renaturierung von Flüssen statt einer weiteren Fahrrinnenvertiefung. Die Schiffe müssten an das Niedrigwasser der Flüsse angepasst werden, nicht andersherum, forderten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) am Mittwoch in Berlin. Wegen der historisch niedrigen Wasserstände in deutschen Flüssen diskutieren die Verkehrsminister der Länder derzeit eine mögliche Vertiefung der Gewässer.
Bei einer Fahrrinnenvertiefung würde das wenige vorhandene Wasser auf eine schmalere und tiefere Rinne konzentriert werden, hieß es vom BUND. Dies entziehe der Landschaft zusätzlich Wasser. Auen und die Lebensräume von Tieren rund um den Fluss geraten laut Nabu so unter Druck. Auch könnte die Strömung des Flusses nach einer Vertiefung ein weiteres Absenken des Flussbettes auslösen.
Fahrverbote gelockert
Stattdessen müssten Flüsse klimaresilienter werden. Denn: Intakte Ökosysteme seien wie ein Schwamm, der in der Landschaft Wasser speichere und es in der Trockenzeit langsam abgebe. Lösungen für Schifffahrt, Industrie und Handel könnten Transportkapazitäten auf der Schiene oder eine Förderung des Baus von niedrigwassergeeigneten Schiffen sein, erklärte der Nabu.
Infolge von Rekordhitze und Trockenheit führen viele Flüsse in diesem Sommer nur wenig Wasser. Vielerorts werden die niedrigsten Wasserstände seit Beginn der Messungen verzeichnet. Berufsschifffahrt ist deshalb oft nur noch eingeschränkt möglich. Einige Bundesländer, wie Berlin, Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen, lockerten daher die sonst für Lkw bestehenden Sonntagsfahrverbote, um Güterengpässe zu vermeiden.



