Deutlich mehr Kriegsdienstverweigerer

Deutlich mehr Kriegsdienstverweigerer
Die Bundeswehr soll größer werden. Seit Jahresbeginn werden alle 18-Jährigen zu ihrer Bereitschaft zum Dienst in der Truppe befragt. In der Folge steigt aber auch die Zahl jener deutlich, die einen Dienst an der Waffe verweigern.

Köln (epd). Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt deutlich. Bis zum 31. Juli seien im Laufe des Jahres 8.302 entsprechende Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln eingegangen, teilte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Das waren mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr, als es 3.879 Anträge gab.

Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht gab es zunächst nur wenige hundert Anträge pro Jahr. 2022 näherte sich ihre Zahl wieder dem vierstelligen Bereich, 951 waren es damals. 2023 waren es dann 1.079. 2024 zählte das Bundesamt 2.249 Anträge.

Wehrpflicht ist seit 15 Jahren ausgesetzt

Seit 1. Januar werden alle jungen Menschen kurz nach deren 18. Geburtstag angeschrieben, um ihr Interesse an einem Dienst in der Truppe abzufragen und sie zu erfassen. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen ist es freigestellt. Die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt. Allerdings soll auf freiwilliger Basis die Zahl der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr erhöht werden.

Auch das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist im Grundgesetz geregelt. Dort heißt es im Artikel 4: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Über den schriftlichen Antrag beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr entscheidet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.