Streikende kritisieren Polizeimaßnahmen

Schulstreik gegen Wehrpflicht
Sven Kaeuler/dpa/Sven Kaeuler
In Berlin sollen Polizisten Streikende bei einer Demo gegen die Wehrpflicht massiv eingeschüchtert haben.
Schul-Proteste gegen Wehrpflicht
Streikende kritisieren Polizeimaßnahmen
Schüler müssen zur Musterung, eine Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert: Bei vielen Menschen stößt dies auf Ablehnung, sie versammelten sich deutschlandweit zu Protesten. In Berlin soll die Polizei hart durchgegriffen haben.

Bundesweit haben Tausende Schüler:innen gegen die neu eingeführte Musterung  und eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Protestmärsche und Kundgebungen gab es in rund 100 deutschen Städten, allein in Berlin sollen es laut Angaben der Polizei weit mehr als 2000 Demonstrierende gewesen sein.

Bei den Protesten in der Hauptstadt ist es dabei nach Angaben des Berliner Streikkomitees zu mehreren Polizeieinsätzen und mindestens zwölf Festnahmen gekommen. Der Demonstrationszug war am Freitag um 11.30 Uhr am Rathaus Wedding gestartet. Die Polizei habe unter anderem eine Parole gegen Bundeskanzler Friedrich Merz untersagt.

Nach Angaben der Veranstalter wurde auch ein 17 Jahre alter Schüler festgenommen, der die Demonstration vom Lautsprecherwagen aus moderiert habe. Er sei festgenommen worden, nachdem er eine von der Polizei verbotene Parole bekannt gegeben habe. In dem Slogan wurde Kanzler Merz als "Hundesohn" beleidigt.

Einschüchterndes Verhalten der Polizei

Das Streikkomitee wirft der Polizei ein einschüchterndes Vorgehen vor. Ein Teilnehmer erklärte, er habe Polizisten darüber sprechen hören, dass es "Ohrfeigen" für Demonstrierende geben werde. Andere Beamt:innen hätten die Teilnehmer:innen als "brainwashed" bezeichnet.

Die Versammlungsleiterin Olivia Schmidt sprach von einer "Eskalation der Polizei". Die angedrohte körperliche Gewalt und die Festnahmen von Minderjährigen verurteile das Komitee zutiefst. Nach Angaben der Veranstalter kam es bereits bei früheren Protesten zu Festnahmen.

Das Streikkomitee bewertet die politischen Entwicklungen als Teil einer Kriegsvorbereitung. Es kündigte an, trotz zunehmender Einschüchterungen weiter für die Abschaffung der Wehrpflicht zu demonstrieren.