Berlin (epd). Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen lädt für Sonntag (9. August) zu einer Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin ein. Dabei werde gemeinsam der Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 gedacht, teilte der Verein am Donnerstag mit. An die Bundesregierung werde appelliert, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten und sich aktiv für nukleare Abrüstung einzusetzen.
Hiroshima und Nagasaki seien „keine historischen Randnotizen, sondern eine Mahnung für die Gegenwart“, erklärte Vorstandsmitglied Marian Losse. Weltweit seien tausende Atomwaffen einsatzbereit, warnte er. Nukleare Abrüstung dürfe daher „keine ferne Vision“ sein, sondern sei eine „dringende sicherheitspolitische und humanitäre Notwendigkeit“.
Weltweit mehr als 12.300 Atomwaffen
Am 6. und 9. August warfen die USA Atombomben auf die beiden japanischen Städte. Es waren die ersten und einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg. In Hiroshima wurden nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung zwischen 90.000 und 120.000 Menschen sofort getötet oder erlagen bald darauf ihren Verletzungen. In Nagasaki starben zwischen 60.000 und 80.000 Menschen. Zudem starben Zehntausende in den folgenden Monaten und Jahren an den Folgen der Angriffe.
Nach Angaben der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen befinden sich weltweit mehr als 12.300 Atomwaffen im Besitz der neun Atomwaffenstaaten. 86 Prozent davon gehören den USA oder Russland. 3.900 Sprengköpfe seien sofort einsatzfähig.



