Berlin (epd). Angesichts der extremen Hitze hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor lebensgefährlichen Folgen für Obdachlose gewarnt. Wer auf der Straße lebe, trage das höchste Risiko bei Extremhitze, sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Ohne Zugang zu Wasser, Schatten oder kühlen Räumen sind wohnungslose Menschen der extremen Hitze schutzlos ausgeliefert“, warnte Bösing. Viele litten bereits unter Vorerkrankungen, die durch die Hitze weiter verschärft würden.
Neben Akuthilfen sei auch der „Schutz von kühlem Wohnraum“ nötig, sagte die Geschäftsführerin weiter. Hitzeschutz müsse eine verbindliche Pflichtaufgabe von Staat und Kommunen werden.
Zahl der hitzebedingter Todesfälle weiter angestiegen.
Besonders gefährdete Menschen bräuchten „verlässlichen Schutz“, mahnte auch der Sozialverband Deutschland (SoVD). Länder und Kommunen müssten flächendeckende Hitzeaktionspläne umsetzen, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Zeitung.
Die Zahl hitzebedingter Todesfälle ist laut Robert Koch-Institut weiter angestiegen. Bis zum 26. Juli sind Schätzungen zufolge rund 11.900 Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben, ergibt ein Bericht des Instituts. Der bisherige Rekordwert für ein gesamtes Jahr wurde bereits zuvor überschritten. Er wurde im insgesamt heißen Jahr 2018 mit rund 9.000 hitzebedingten Todesfällen verzeichnet. Etwa 9.600 der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr gehen laut RKI auf die besonders heiße Woche Ende Juni zurück, als vielerorts Temperaturen über 40 Grad Celsius gemessen wurden.



