Queere Beratungsstellen fordern mehr Unterstützung

Queere Beratungsstellen fordern mehr Unterstützung
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD mahnt die Community mehr Schutz für Betroffene an. Der Abbau der öffentlichen Förderung von Beratungsstellen weist allerdings in eine andere Richtung.

Berlin (epd). Queere Beratungsstellen für Opfer von Gewalt fordern mehr Unterstützung von der Politik. Zwar gebe es nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day Solidaritätsbekundungen aus Politik und Gesellschaft. Zugleich würden aber in einigen Bundesländern Fördermittel für queere Anti-Gewalt-Arbeit gekürzt, heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme mehrerer Beratungsstellen.

„Wer Solidarität mit queeren Menschen bekundet, muss auch dauerhaft in Schutz-, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen investieren - flächendeckend und verlässlich.“ Unterzeichnet haben die Stellungnahme unter anderem die Landesfachstelle Queere Anti-Gewalt-Arbeit (QUAGA) in Nordrhein-Westfalen, die Fachstelle Queere Antigewaltarbeit Thüringen und der Verein Broken Rainbow in Frankfurt am Main.

„Stimmung hat sich verschärft“

Weiter schreiben die Beratungsstellen, queere Communities bräuchten Schutz, Solidarität und starke Strukturen. „Seit Jahren beobachten wir eine zunehmende Enthemmung queerfeindlicher Gewalt und eine gesellschaftliche Stimmung, in der menschenfeindliche Positionen an Sichtbarkeit und Einfluss gewinnen.“ Deshalb erschüttere dieser Anschlag zutiefst: „Überraschend kommt er für uns jedoch nicht. Die gesellschaftliche Stimmung hat sich verschärft.“