Berlin (epd). Das Deutsche Kinderhilfswerk hat die Pläne der Bundesregierung zur Kürzung des Unterhaltsvorschusses kritisiert. Die Debatte setze an der falschen Stelle an, sagte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann am Dienstag im RBB-Inforadio: „Wir sollten nicht die Alleinerziehenden in den Blick nehmen, wenn wir Geld sparen wollen, sondern dafür sorgen, das Geld von denjenigen Elternteilen besser einzutreiben, die nicht zahlen.“ In der Spardebatte werde gerne bei den Schwächsten geschaut, „ob noch etwas zu holen ist“, sagte Hofmann. In neun von zehn Fällen seien es die Väter, die nicht zahlen. Ein Großteil von ihnen sei allerdings auch nicht zahlungsfähig.
Der Vertreter des Kinderhilfswerks betonte, staatliche Leistungen für Kinder von Alleinerziehenden sollten vor allem daran ansetzen, Kinderarmut zu bekämpfen. Durch die geplanten Kürzungen sei etwa der Kinobesuch, der Kindergeburtstag, ein Vereinsbeitrag oder gar die Klassenfahrt gefährdet. Die Entwicklungsmöglichkeiten der betroffenen Kinder im Alter von 16 und 17 Jahren würden massiv beeinträchtigt.
Sanktionen sollten verhältnismäßig sein
Zu Sanktionsmöglichkeiten gegenüber säumigen Unterhaltszahlern sagte Hofmann, diese müssten verhältnismäßig sein. Es gebe viele Möglichkeiten, aber auch große Unterschiede zwischen den Bundesländern und einzelnen Kommunen.
Nach Plänen von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) soll ein staatlicher Unterhaltsvorschuss künftig nur noch für Kinder unter 16 Jahren gewährt werden. Bisher liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren.



