Berlin (epd). Die „Organisation für Opfer von Terrorismus“ (VoT Germany) hat Betroffene des Anschlags auf den Berliner CSD ermutigt, Hilfe und Unterstützung anzunehmen. Mitgefühl, einander stützen und Hilfsangebote wahrnehmen, sei in dieser Situation wichtig, sagte die erste Vorsitzende der Organisation, Astrid Passin, in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Viele Menschen erlebten nach einem solchen Ereignis Angst, Unsicherheit oder das Gefühl, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll. „Diese Reaktionen sind verständlich. Niemand muss sie allein bewältigen. Ihr seid nicht allein“, sagte Passin, die Sprecherin der Opfer und Hinterbliebenen des islamistischen Anschlags vom Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 ist. Der Vereinsname „VoT“ ist die englischsprachige Abkürzung für „Victims of Terrorism“.
Kein Zeichen von Schwäche
Passin sagte mit Blick auf den CSD am vergangenen Wochenende, „niemand sollte einen Tag erleben müssen, der eigentlich für Offenheit, Vielfalt, Gemeinschaft und Freude steht und dann in Angst und Unsicherheit endet“. Hilfe anzunehmen sei deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Verarbeitung. „Sprecht mit Menschen, denen ihr vertraut, nehmt Unterstützung an.“ Wen das Erlebte belaste, sollte sich professionelle Hilfe suchen. „Und gebt euch Zeit, jede Verarbeitung läuft anders“, sagte Passin.
Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag war am späten Samstagabend im Berliner Tiergarten ein Kastenwagen in eine Menschenmenge am Rande der CSD-Abschlussveranstaltung gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet und 29 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige wurde am Sonntagabend in Berlin-Spandau bei einem Polizeieinsatz erschossen.



