Berlin (epd). Auch am zweiten Tag nach dem Anschlag auf den Berliner CSD mit einer Toten und 29 teils schwer Verletzten bleiben Notfallseelsorger am Anschlagsort präsent. Für Betroffene sei es wichtig, Ansprechpersonen im Tiergarten zu haben, die zuhören, denen man seine Ängste schildern und die weitere professionelle Hilfe vermitteln können, sagte der Koordinator der Notfallseelsorge beim Erzbistum Berlin, Norbert Verse, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Er äußerte sich positiv überrascht über den Zuspruch der Menschen am Anschlagsort. Viele Fahrradfahrer hielten an, einige Menschen legten Blumen nieder. Auch die Polizei ist mit einer mobilen Wache vertreten. In der Nacht zum Sonntag, unmittelbar nach dem Anschlag gegen 22 Uhr am Samstagabend, seien bis zum Morgen insgesamt rund 25 Notfallseelsorger und Kriseninterventionshelfer im Einsatz gewesen. Darunter waren viele Ehrenamtliche.
Seelsorge auch für Einsatzkräfte
Verse betonte, auch für diese Helfer gebe es eine Einsatznachbesprechung, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Erlebnisse zu schildern und Gefühle auszudrücken. Zu einem späteren Zeitpunkt stehe eine Nachbesprechung gemeinsam mit der Polizei und der Feuerwehr an.
Bei dem Anschlag war ein Kastenwagen in eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten gefahren. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem mutmaßlich islamistischen Motiv aus. Der mutmaßliche Täter wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau tödlich verletzt.



