Katholische Bischöfe: Leihmutterschaft verletzt menschliche Würde

Katholische Bischöfe: Leihmutterschaft verletzt menschliche Würde
Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, äußert Verständnis für die Lage von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch. Das Verbot der Leihmutterschaft hält er aber nicht für verhandelbar.

Bonn (epd). Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat vor einer Abkehr vom Verbot der Leihmutterschaft gewarnt. „Der Wunsch nach einem Kind ist sehr verständlich und für viele Paare ist ungewollte Kinderlosigkeit mit viel Leid verbunden“, erklärte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe in Berlin, Karl Jüsten, am Freitag. Menschliches Leben aber sei unverfügbar, und es gebe kein Recht auf ein Kind. „Wir halten das bestehende Verbot der Leihmutterschaft daher für richtig“, unterstrich der Prälat mit Blick auf aktuelle Forderungen nach Regeländerungen.

Die aktuelle Debatte hatte der Fall des inzwischen zurückgetretenen Unions-Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) ausgelöst. Er und sein Mann hatten in der vergangenen Woche öffentlich gemacht, per Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Bis dahin hatte sich Spahn stets dafür ausgesprochen, am Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland festzuhalten.

Benachteiligung von Frauen

Jüsten erklärte, der Leihmutterschaft stünden zahlreiche Fragen und Bedenken entgegen. Als herausragendes Beispiel nannte er die Benachteiligung von Frauen, die ihren Körper für solche Verfahren zur Verfügung stellten.

Der Prälat erinnerte an die Ausführungen des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, der 2024 die Position der katholischen Kirche mit den Worten zusammengefasst hatte: „Wir sind der Auffassung, dass die Praxis der Leihmutterschaft die Würde der Frau und des Kindes verletzt. Das Kind sollte nicht zu einem Objekt der Kommerzialisierung und die Frau, die das Kind austrägt, nicht instrumentalisiert werden.“