Berlin (epd). Die Berliner Kulturanthropologin Anika König hat sich für eine Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen. Dazu müssten aber „eine Reihe von Dingen beachtet werden“, um Missbrauch zu verhindern, sagte die Professorin am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin dem „Tagesspiegel“ (Print/Freitag).
Auf der Grundlage ihrer vergleichenden Forschungen in den USA und der Ukraine plädiert König dafür, nur sogenannte „offene Programme“ zuzulassen. Das bedeute, „die Parteien müssen sich im Vorfeld kennen, sie müssen sich explizit füreinander entscheiden können“. Zudem müsse die Leihmutter abgesichert werden und ein Mitbestimmungsrecht bekommen, etwa über einen Schwangerschaftsabbruch.
Gegen unbezahlte Leihmutterschaft
Weiter sprach sich König dafür aus, dass Kinder „Zugang zum Wissen um ihre Herkunft bekommen, so wie das schon für Samenspenden geregelt ist“. Mit Blick auf die auch für Deutschland diskutierte sogenannte altruistische Leihmutterschaft sagte sie: „Ich bin gegen eine komplett unbezahlte Leihmutterschaft.“ Eine Aufwandsentschädigung sei angemessen. Sie finde es problematisch, dass Fertilitätsmediziner, Anwälte, Agenturen für ihre Dienste bezahlt werden, aber „die Einzige, die ein körperliches Risiko eingeht“, kein Geld erhalten solle. In Deutschland ist es bislang verboten, eine Leihmutter zu engagieren.
König verwies darauf, dass Frauen aus sehr unterschiedlichen Gründen Leihmütter werden. Sie forscht als Ethnologin den Angaben zufolge seit Jahren zu transnationaler Leihmutterschaft unter anderem in den USA und der Ukraine.



