Forscher Edenhofer: Wachstum und Klimaschutz passen zusammen

Forscher Edenhofer: Wachstum und Klimaschutz passen zusammen
Aus Sicht des Klimaforschers Edenhofer haben Teile der Klimaschutzbewegung Populisten in die Hände gespielt, indem sie wirtschaftliches Schrumpfen gefordert haben.

Frankfurt a.M. (epd). Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, hält Klimaschutz mit Wirtschaftswachstum für vereinbar. „Es ist erfreulich, dass dies mittlerweile auch in Teilen der Klimaschutzbewegung gesehen wird“, sagte der Volkswirt Edenhofer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). Aus seiner Sicht war es fatal, dass Klimaschutz von Teilen der Klimaschutzbewegung stark mit der Forderung nach wirtschaftlicher Schrumpfung statt Wachstum verbunden wurde.

Der Populismus habe dadurch zunehmend von dem Eindruck profitiert, Gesellschaft und Wirtschaft seien ein Nullsummenspiel, in dem der eine nur so viel gewinnen könne, wie der andere verliere. „Deswegen können populistische Parteien immer neue Spaltungslinien ziehen: zwischen Volk und Elite, zwischen Ost und West, zwischen Deutschen und Asylbewerbern“, sagte Edenhofer und argumentiert: „Wenn Klimaschutz nur mit wirtschaftlichem Rückschritt zu haben wäre, würde sich dieses Nullsummenspiel noch verschärfen. Stattdessen sollte die politische Mitte Perspektiven aufzeigen, wie wir aus ihm ausbrechen können.“

Langfristige Perspektive gefordert

In der Klimapolitik gehe es um die langfristige Sicherung von Wohlstand. „Kein Klimaschutz wird um ein Vielfaches teurer sein als Klimaschutz“, sagte Edenhofer. Dieses Ziel werde von einer großen Mehrheit der Deutschen auch weiterhin geteilt, und eine solche langfristige Perspektive müsse die Politik beibehalten, auch wenn sich kurzfristige Präferenzen der Wähler verschieben.