Leihmutterschaft: Stuttgarter Landesbischof kritisiert Jens Spahn

Leihmutterschaft: Stuttgarter Landesbischof kritisiert Jens Spahn
Der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl kann die Debatte um die Elternschaft von Jens Spahn per Leihmutter aus den USA nachvollziehen. Dabei gehe es um "Doppelmoral und Glaubwürdigkeit", sagte er.

Stuttgart (epd). Nach der Bekanntgabe seiner Vaterschaft per amerikanischer Leihmutter hat der Stuttgarter evangelische Landesbischof, Ernst-Wilhelm Gohl, Jens Spahn kritisiert. Es sei kein Wunder, dass eine breite und laute Debatte um die Themen Doppelmoral und Leihmutterschaft entbrannt sei, erklärte Gohl laut Mitteilung der württembergischen Landeskirche am Freitag in Stuttgart.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Spahn, und sein Mann Eltern geworden sind, indem eine Frau in den USA das Kind ausgetragen hat. Wenn ausgerechnet ein ehemaliger Gesundheitsminister und Regierungspolitiker öffentlich mache, dass er im Ausland Leihmutterschaft in Anspruch genommen habe, gehe es auch um Doppelmoral und Glaubwürdigkeit, sagte Gohl. „Wer den Eindruck erzeugt, dass politische Überzeugungen und persönliches Handeln auseinanderfallen, verliert Vertrauen.“

„Anti-Demokraten profitieren“

Dies beschädige auch das Vertrauen in die Politik insgesamt. „Davon profitieren am Ende die Anti-Demokraten, die unsere demokratischen Grundwerte grundsätzlich infrage stellen“, sagte Gohl.

Spahn steht auch parteiintern in der Kritik, weil sein privates Verhalten im Widerspruch zur Position der CDU und zu eigenen früheren Äußerungen steht. Auch Gohl befürwortet das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland.