UN: Menschen in belagerter Stadt im Sudan brauchen dringend Hilfe

UN: Menschen in belagerter Stadt im Sudan brauchen dringend Hilfe
Im Sudan leidet vor allem die Bevölkerung unter dem jahrelangen Krieg. Neuer Brennpunkt der Krise ist die belagerte Stadt El Obeid.

Genf (epd). Hunderttausende Menschen in der belagerten Stadt El Obeid im Sudan brauchen laut den UN dringend humanitäre Hilfe. Der Hunger unter den Kindern, Frauen und Männern verschlimmert sich immer weiter, warnte das Welternährungsprogramm der UN am Freitag in Genf.

In normalen Zeiten habe die Hauptstadt des Teilstaates Nord-Kordofan mehr als 500.000 Einwohner. Diese Zahl habe sich aufgrund der Ankunft von Binnenflüchtlingen fast verdoppelt. Das WFP versorge über 100.000 Menschen in Lagern innerhalb der Stadt mit Essen, sagte Abdallah Alwardat, Landesdirektor im Sudan.

Doch auch andere Vertriebene in El Obeid benötigten dringend Hilfe. Das WFP könne den Menschen wegen Geldmangels nur reduzierte Lebensmittelrationen geben. Die Empfänger teilten die kleinen Essenspakete mit anderen Menschen.

Laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte wird El Obeid von den Milizen der Rapid Support Forces belagert. Die Menschen seien ständigen Drohnenangriffen ausgesetzt. Nach einer Einnahme der Stadt drohe entsetzliche Gewalt an der Bevölkerung.

Millionen Menschen auf der Flucht

Der seit mehr als drei Jahren tobende Krieg im Sudan wird von den RSF-Kämpfern und der Armee mit brutaler Härte geführt, unter der vor allem die Bevölkerung leidet. Der Konflikt hat zu einer der größten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen. Der Zugang zu Hilfe ist besonders in den umkämpften Gebieten extrem eingeschränkt.