New York, Genf (epd). Mehr als 23 Millionen weitere Kinder könnten laut dem UN-Hilfswerk Unicef durch den Konflikt im Nahen Osten und die Unterbrechungen im Schiffsverkehr bis zum Jahresende in Armut rutschen. Der Konflikt zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits habe schwerwiegende und möglicherweise unumkehrbare Folgen für Kinder weltweit, besonders in einkommensschwachen Regionen, teilte Unicef am Donnerstag in New York zur Veröffentlichung einer Analyse mit.
Von Unicef ausgewertete Daten aus mehr als 167 Ländern zeigten, dass steigende Lebensmittel- und Energiepreise sowie die weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der Gewalt im Nahen Osten die Kaufkraft vieler Haushalte weiter schwächten, hieß es. Die Schließung der weltwirtschaftlich bedeutsamen Straße von Hormus für Handelsschiffe treibe die Preise nach oben.
Kinder zahlen den Preis
Kinder in den ärmsten Haushalten seien überproportional betroffen, warnte Unicef. Mädchen und Jungen zahlten den Preis für den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten, sagte die Exekutivdirektorin des UN-Kinderhilfswerks, Catherine Russell. Die stark steigenden Lebenshaltungskosten machten Nahrungsmittel und Bildung für viele Familien unerschwinglich.
In der Analyse werden laut Unicef zwei Szenarien skizziert: Im ersten Fall werde von einem moderaten wirtschaftlichen Schock ausgegangen, durch den zusätzlich 18,3 Millionen Kinder in Armut geraten könnten. Bei stärker und länger anhaltenden Störungen könnten weitere 23,4 Millionen Kinder betroffen sein. Der Anstieg der Armut trifft laut Unicef insbesondere Asien und Afrika. Unicef verwies auf die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in Ländern wie Somalia, Äthiopien, Nigeria und Bangladesch.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die Meerenge ist eine wichtige Lieferroute für den Öl- und Gashandel sowie Düngemittel.




