Berlin (epd). Wissenschaftlern ist bei Ausgrabungen auf der Ursaurier-Fundstelle Bromacker bei Gotha der bislang älteste Nachweis einer sogenannten Kloake bei direkten Vorfahren der heutigen Säugetiere gelungen. Der rund 294 Millionen Jahre alte Fossilfund liefere neue Erkenntnisse zur Evolution früher Landwirbeltiere, teilte das Museum für Naturkunde Berlin am Mittwoch mit.
Die Kloake ist ein gemeinsamer Ausführungsgang für Verdauungs-, Harn- und Geschlechtsorgane. Sie kommt heute bei Amphibien, den meisten Reptilien und Vögeln sowie bei wenigen Säugetieren, etwa den Kloakentieren, vor. Da Weichteilgewebe nur äußerst selten erhalten bleiben, sind fossile Nachweise dieser anatomischen Struktur bislang eine große Ausnahme.
Weichteile bleiben nur selten erhalten
Das untersuchte Fossil zeigt den Angaben zufolge neben zahlreichen fossilen Trittsiegeln auch einen außergewöhnlich gut erhaltenen Schwanzabdruck. Im vorderen Bereich des Abdrucks seien zwei Reihen erhöhter Schuppen zu erkennen, die durch einen senkrechten Schlitz getrennt werden. Diese Strukturen interpretieren die Forschenden als die Lippen und die Öffnung einer Kloake. Laut Lorenzo Marchetti vom Museum für Naturkunde Berlin belegt das Fossil die Einzigartigkeit von Spurenfossilien, da es Einblicke in Weichteile ermöglicht, die ansonsten nur selten erhalten bleiben.




