Düsseldorf (epd). Am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen und Angehörigen der 185 Todesopfer erneut sein Beileid ausgesprochen. „Wir stehen an Ihrer Seite, heute und so lange es nötig ist“, sagte er am Dienstag in einer Gedenkstunde im nordrhein-westfälischen Landtag. Die Zeit habe noch nicht alle Wunden geheilt. Neben Leid, Zerstörung und Verlust habe es aber auch Solidarität in ungeahntem Ausmaß gegeben: Die Menschen hätten nicht aufgegeben, sondern sich gegenseitig unterstützt.
Von überall hätten sich freiwillige Helferinnen und Helfer auf den Weg gemacht, sagte der Bundespräsident. „In der Stunde der Not sind wir ein starkes, solidarisches Land. Wir helfen einander. Wir stehen zusammen.“ Steinmeier dankte besonders den Einsatzkräften von Feuerwehr, DLRG, Polizei, Rotem Kreuz, der Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Maltesern, Johannitern und den weiteren Hilfsorganisationen.
Mahnung zu besserem Hochwasser- und Klimaschutz
Bei der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 hatten Wassermassen im Westen Deutschlands Gebäude und Straßen weggerissen und ganze Orte zerstört. In Rheinland-Pfalz starben mindestens 136 Menschen, in NRW gab es 49 Tote. Steinmeier erinnerte auch an die Opfer in europäischen Nachbarländern. „Als Europäer und Nachbarn stehen wir zusammen“, sagte er.
Für die Zukunft forderte der Bundespräsident einen besseren Hochwasserschutz etwa durch Warnsysteme, Cell Broadcast und eine Stärkung des Katastrophenschutzes. „Wir schulden den Menschen, die in jener Nacht alles verloren haben, den ernsthaften, konsequenten Willen, dafür zu sorgen, dass wir auf solche Katastrophen besser vorbereitet sind und dass wir das uns Mögliche tun gegen den fortschreitenden Klimawandel“, betonte er.
„Fünf Jahre Flut an der Ahr und an der Erft sind eine Mahnung“, unterstrich Steinmeier: „Wir dürfen den Klimaschutz in unserem Industrieland nicht aus den Augen verlieren.“ Deutschland habe „Gewicht und Einfluss, um uns auch international mit den Mitteln der Diplomatie, der Technologie- und Wirtschaftskooperation für Klimaschutz einzusetzen.“




