Berlin, Caracas (epd). In Venezuela hat die Regierung nach dem verheerenden Erdbeben vor drei Wochen einen Plan zum Wiederaufbau der besonders betroffenen Küstenregion angekündigt. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez erklärte am Montag (Ortszeit), man plane derzeit in Zusammenarbeit mit privaten Akteuren den Bau von erdbebensicheren Häusern im Bundesstaat La Guaria. Dafür sei ein Verbot für den Export von Baumaterial verhängt worden, um alle nötigen Ressourcen für den Wiederaufbau bündeln zu können, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AVN.
Zuvor war Kritik an der Bauqualität staatlicher Sozialwohnungen aufgekommen. Die oppositionelle Zeitung „TalCual“ berichtete über fehlende Kontrollmechanismen unter dem sogenannten Großen Wohnungsbauprogramm, das der verstorbene Präsident Hugo Chávez im Jahr 2011 ausgerufen hatte. Rund 1,3 Millionen neue Wohnungen wurden im Zuge des Programms errichtet. Viele von ihnen wurden in der Erdbebenregion schwer beschädigt.
Viele Häuser unbewohnbar
Am 24. Juni trafen zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das südamerikanische Land. Bis Wochenbeginn meldeten die Behörden mehr als 4.500 Tote, mehrere zehntausend Menschen gelten weiter als vermisst. Rund 1.000 Häuser sind eingestürzt und unbewohnbar. Nachdem die meisten internationalen Rettungsteams abgezogen sind, suchen viele Angehörige weiterhin eigenhändig nach Personen unter den Trümmern. Venezuela befand sich bereits vor den Beben wegen Misswirtschaft und internationaler Sanktionen in einer humanitären Krise.




