Berlin (epd). Der Kinderschutzbund und der Sozialverband VdK Deutschland reagieren empört auf die Pläne der Bundesregierung, beim Unterhaltsvorschuss zu sparen. Der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, sage dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Dienstag): „Wieder einmal sollen Sparzwänge der Bundesregierung auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden.“ Das sei ein Skandal.
Alleinerziehende können den staatlichen Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt. Seit Mitte 2017 kann das Geld so lange fließen, bis das jeweilige Kind 18 Jahre alt wird. Künftig soll der Anspruch mit dem 16. Geburtstag enden. Es gehe darum, die 2017 ausgeweiteten Ansprüche „wieder etwas einzugrenzen“, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums.
Kinderschutzbund-Geschäftsführer Grein sagt dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, die Kürzung treffe die Gruppe, die ohnehin schon am stärksten von Armut bedroht sind: Kinder von Alleinerziehenden. Im „heute journal up:date“ warf er der Bundesregierung vor, Kinderarmut zu verschärfen, statt diese zu bekämpfen.
Bentele sieht Armutsrisiko für viele Familien
VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte, gerade Jugendliche verursachten mit zunehmendem Alter höhere Kosten. „Ausgerechnet dann die Unterstützung zu streichen, verschärft das Armutsrisiko vieler Familien“, warnte sie in den Medien des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“.
Die Sparpläne gehen auf eine Verabredung zwischen den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) von Ende Juni zurück. Die Länder beklagen eine hohe finanzielle Belastung durch den Unterhaltsvorschuss. Laut Familienministerium flossen 2025 insgesamt rund 3,27 Milliarden Euro. Etwa 585 Millionen holte sich der Staat von den zahlungspflichtigen Elternteilen zurück. Die Länder tragen die Kosten des Unterhaltsvorschusses zu 60 Prozent, den Rest zahlt der Bund.




