Björn Steiger Stiftung: Tempolimit ein Jahr lang testen

Björn Steiger Stiftung: Tempolimit ein Jahr lang testen
Auf Basis ihrer Metastudie zum Thema "Tempolimit auf deutschen Autobahnen" fordert die Björn Steiger Stiftung einen einjährigen bundesweiten Testlauf mit Tempo 130. Er solle systematisch ausgewertet werden.

Winnenden (epd). Die Unfallforschung der Björn Steiger Stiftung fordert einen einjährigen Testlauf für Tempo 130 auf deutschen Autobahnen. Sie habe alle verfügbaren wissenschaftlichen Studien der vergangenen Jahrzehnte zum Thema Tempolimit neu ausgewertet, teilte die Stiftung am Montag in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mit. Die Metastudie zeige: Ein Tempolimit bringe Vorteile für Sicherheit, Umwelt, Verkehr und Wirtschaft. Die Zustimmungsrate in der Bevölkerung dafür liege seit Jahren stabil über 50 Prozent.

Die Auswirkungen auf Lärm- und Umweltbelastung sind laut der Metastudie durchweg positiv, ein Tempolimit fördere den gleichmäßigeren Verkehrsfluss und reduziere Störungen. Ein weiteres Ergebnis: Die gesamtwirtschaftlichen Kosten würden sinken, leichte Zeitverluste für schnelle Fahrer würden durch Effizienzgewinne kompensiert. Bei Tempo 130 sei pro Jahr mit rund 70 bis 90 weniger Verkehrstoten zu rechnen. Bei geringeren Geschwindigkeiten als 130 Kilometern pro Stunde nähmen die positiven Effekte weiter zu.

Einjähriger bundesweiter Testlauf

Da aber die verfügbaren Studien keine absolute Beweiskraft beanspruchen, schlägt die Unfallforschung einen einjährigen bundesweiten Testlauf mit Tempo 130 vor. In dieser Zeit sollten Wirkung und Nebeneffekte systematisch gemessen und ausgewertet werden.

Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 von Ute und Siegfried Steiger gegründet, nachdem ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall an den Folgen unzureichender Notfallversorgung verstarb. Seitdem engagiert sich die Stiftung für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland.