Wiesbaden (epd). In Deutschland hat fast jeder zehnte Mensch eine schwere Behinderung. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, waren zum Jahresende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen schwerbehindert. Das waren 9,4 Prozent der Bevölkerung. 49,9 Prozent der Betroffenen waren Männer, 50,1 Prozent waren Frauen. Als schwerbehindert gelten Personen, denen die Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von mindestens 50 zuerkannt sowie einen gültigen Ausweis ausgehändigt haben.
Zum Jahresende 2023, dem Zeitpunkt der letzten Erhebung, waren knapp 7,9 Millionen Menschen schwerbehindert. Das waren rund 27.000 mehr als 2025. Die Vergleichbarkeit von 2025 zu 2023 ist laut der Statistik-Behörde aufgrund einer Bereinigung von Verwaltungsdaten in Hessen und Sachsen allerdings eingeschränkt. Es sei davon auszugehen, dass zuvor eine Übererfassung vorgelegen habe.
Knapp die Hälfte der Betroffenen zwischen 55 und 74 Jahre alt
Behinderungen bestehen vergleichsweise selten seit der Geburt oder im Kindesalter, sondern entstehen meist erst im fortgeschrittenen Alter. So war gut ein Drittel (34 Prozent oder 2,7 Millionen) der schwerbehinderten Menschen zum Jahresende 2025 im Alter ab 75 Jahren. Etwas weniger als die Hälfte (45 Prozent oder 3,5 Millionen) gehörte der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren an. 3 Prozent oder 231.000 waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Gut 91 Prozent der schweren Behinderungen wurden durch eine Krankheit verursacht, wie es weiter hieß. 3 Prozent der Behinderungen waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Gut 1 Prozent der Behinderungen waren auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen. Die übrigen Ursachen summieren sich auf gut 4 Prozent.
Mit körperlichen Behinderungen lebten 57 Prozent der Betroffenen. Geistige oder seelische Behinderungen hatten insgesamt 16 Prozent der schwerbehinderten Menschen, zerebrale Störungen lagen in 9 Prozent der Fälle vor. Bei den übrigen Personen (19 Prozent) war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.




