Erzbischof beklagt Wohnungsmangel in der Hauptstadt

Erzbischof beklagt Wohnungsmangel in der Hauptstadt
Tausende Menschen in Berlin haben keine Wohnung. Obdachlose fallen im Stadtbild auf, doch es gibt auch viel versteckte Wohnungslosigkeit. Erzbischof Koch sieht darin einen massiven sozialen Missstand.

Berlin (epd). Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch hat die vielfältigen Formen von Wohnungslosigkeit in der Hauptstadt kritisiert. Wohnungslosigkeit betreffe viel mehr Menschen als Obdachlosigkeit, weil sie oft versteckt bleibe, sagte Koch am Samstag in seinem „Wort des Bischofs“ auf der RBB-Hörfunkwelle 88,8. Zu rund 41 Prozent seien davon Frauen betroffen, die bei Bekannten unterkommen, sich in menschenunwürdige Abhängigkeit begäben oder in gewaltvollen Beziehungen verblieben, um nicht auf der Straße zu landen.

Der Erzbischof erinnerte in diesem Zusammenhang aber auch an junge Studierende, die eine Bleibe suchten und sich mitunter mit „mehr als zweideutigen Angeboten“ konfrontiert sähen. Familien mit Kindern würden aus Bewerberlisten aussortiert, Wohnraum sei mittlerweile auch für Normalverdiener unerschwinglich.

Wohnen ist Menschenrecht

„Das Recht auf Wohnen ist als Menschenrecht anerkannt, denn eine Wohnung gibt dem Menschen Schutz vor Witterung, einen sicheren Rückzugsraum und Privatsphäre“, erinnerte der katholische Geistliche.

Hoffnung machten ihm in dieser Lage Projekte wie „Housing First“ vom Sozialdienst katholischer Frauen: Hier werde etwa insbesondere Frauen eine Wohnung vermittelt, die sonst keine Chance auf einen ordentlichen Mietvertrag hätten. Zum anderen mische sich „Housing First“ auch politisch ein und thematisiere Wohnungslosigkeit.