Bayreuth (epd). Unter dem Titel „Verstummte Stimmen“ findet nun - wie ursprünglich geplant - am 26. Juli eine Gedenkveranstaltung bei den Bayreuther Festspielen statt. Mitte Juni war es zunächst zu einem Eklat gekommen, weil die Festspiele die ursprünglich geplante Gedenkveranstaltung zu ihrem 150. Geburtstag mit dem Publizisten Michel Friedman wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hatten. Nach großer öffentlicher Empörung hatte sich Festspielleiterin Katharina Wagner bei Friedman entschuldigt und ihn erneut eingeladen.
Um 10.30 Uhr werde unter der Leitung von Semyon Bychkov ein Gedenkkonzert im Festspielhaus „an jene jüdischen Künstlerinnen und Künstler erinnern, deren Wirken auf dem Grünen Hügel durch Judenhass, Verfolgung und Ermordung ein Ende fand“, teilten die Festspiele auf ihrer Homepage mit. Michel Friedman werde „trotz der Ereignisse der vergangenen Wochen“ eine Gedenkrede unter dem Titel „Über Bayreuth, über Deutschland. Versuch einer Gesellschaftsanalyse“ halten.
Erlös wird an jüdische Musiker gespendet
„Die Auseinandersetzung auch mit den dunklen Aspekten der Geschichte der Bayreuther Festspiele ist für mich als Festspielleiterin von zentraler Bedeutung“, sagte Wagner laut Homepage. Auch Friedman zeigte sich zufrieden mit der Annäherung. „Besonders beeindruckt hat mich, dass Katharina Wagner den Erlös der Veranstaltung jungen israelischen Musikerinnen und Musikern zuteil werden lässt.“ Kostenlose Eintrittskarten können ab sofort auf der Webseite der Festspiele gebucht werden, um Spenden wird gebeten.
„Verstummte Stimmen“ ist auch der Name eines Ausstellungsprojekts über die Vertreibung jüdischer Künstlerinnen und Künstler von deutschen Bühnen, das seit 2012 im Park neben dem Festspielhaus zu sehen ist. Die ursprüngliche Wanderausstellung entstand in Kooperation mit dem Staatsschauspiel und der Semperoper Dresden, der Staatsoper Hamburg, dem Staatstheater Stuttgart und der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.




