Klimaschutz verliert bei jungen Menschen an Bedeutung

Klimaschutz verliert bei jungen Menschen an Bedeutung
Eine deutliche Mehrheit der 14- bis 22-Jährigen blickt pessimistisch auf Klima und Umwelt. Wichtiger sind für sie aber andere Themen.

Dessau-Roßlau (epd). Das Thema Klimaschutz hat bei jungen Menschen laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes an Bedeutung verloren. Zwar blieben Umwelt und Klima für 73 Prozent der Befragten ein wichtiges Thema, teilte das Umweltbundesamt am Donnerstag in Dessau-Roßlau mit. Darunter sei aber der Anteil derer, für die das Thema „sehr wichtig“ ist, im Vergleich zu 2021 von 50 auf 30 Prozent gesunken. Für die repräsentative Erhebung wurden Ende vergangenen Jahres 1.311 Menschen zwischen 14 und 22 Jahren befragt.

69 Prozent der jungen Menschen blicken laut der Umfrage pessimistisch auf die Entwicklung von Umwelt und Klima. Wichtiger sind ihnen den Angaben zufolge aber andere Themen. So stuften 89 Prozent der Befragten das Thema Kriminalität und öffentliche Sicherheit als sehr oder eher wichtig ein. Für das Thema soziale Gerechtigkeit lag der Wert bei 87 Prozent.

Kritischer Blick auf Bundesregierung

Der gesellschaftlichen Zukunft Deutschlands sehen der Umfrage zufolge 73 Prozent der Befragten pessimistisch entgegen, während es bei einer Erhebung vor vier Jahren noch 54 Prozent waren. Zudem haben 69 Prozent der jungen Menschen bei der Umfrage angegeben, dass die Bundesregierung nicht genug für Umwelt- und Klimaschutz unternehme.

Umweltbundesamts-Präsident Dirk Messner erklärte, der zunehmende Pessimismus junger Menschen solle zu denken geben. Er rief bei der Vorstellung der Studie dazu auf, der nächsten Generation eine lebenswerte Zukunft zu bieten, indem man ihr einen intakten Planeten hinterlasse. „Ein wichtiger Schlüssel ist es, junge Menschen umweltpolitisch noch stärker zu beteiligen“, sagte Messner.