Berlin (epd). Oxfam wirft den Industriestaaten vor, die für arme Länder geleisteten Klima-Hilfsgelder schönzurechnen. Die tatsächliche Unterstützung im Jahr 2024 habe weit unter dem gelegen, was die zuletzt offiziell berichteten Zahlen suggerierten, teilte Oxfam unter Berufung auf eigene Berechnungen am Donnerstag in Berlin mit. Die Entwicklungsorganisation kritisierte insbesondere den hohen Anteil von Krediten.
Laut den jüngsten Daten der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) sind aus den Industrieländern 2024 insgesamt 136,7 Milliarden US-Dollar an Klima-Hilfen in Länder des globalen Südens geflossen. Nach Abzug „überhöhter Anrechnungen“ und unter Berücksichtigung der Konditionen von Krediten habe die „tatsächliche Unterstützungsleistung“ jedoch lediglich zwischen rund 33 und 45 Milliarden Dollar gelegen, kritisierte Oxfam.
Kritik an Krediten
Insbesondere der hohe Anteil von Krediten stößt bei Oxfam auf Kritik. 2024 seien zwei Drittel der öffentlichen Klima-Hilfsgelder in Form von Krediten bereitgestellt worden, hieß es. Oft profitierten Geberländer davon finanziell, während die Schuldenlast der ärmeren Länder wachse. Echte Unterstützung böten vor allem Zuschüsse und stark vergünstigte Darlehen.
Die OECD erfasst in ihrer Berechnung staatliche Gelder, aber auch private Investitionen, die durch öffentliche Beteiligung ermöglicht wurden, etwa durch Garantien. 2024 lag die so zustande gekommene Gesamtsumme mit 136,7 Milliarden deutlich über dem Ziel, jährlich mindestens 100 Milliarden Dollar an Klima-Hilfen zu mobilisieren.
Diskrepanz in Deutschland
Auch mit Blick auf Gelder aus Deutschland bemängelt Oxfam eine Diskrepanz. Von 9,5 Milliarden Euro an bilateralen Mitteln im Jahr 2024 betrage die tatsächliche Unterstützungsleistung 2,8 bis 4,7 Milliarden Euro, hieß es. Insgesamt sind 2024 nach Angaben der Bundesregierung 11,8 Milliarden Euro für Klimaschutz und -anpassung mobilisiert worden.




