Bericht: Krieg im Sudan zerstört riesige Ackerflächen

Bericht: Krieg im Sudan zerstört riesige Ackerflächen
Hunger, Not, Flucht vor Gewalt: Der Krieg im Sudan hat eine dramatische humanitäre Krise ausgelöst. Angetrieben wird sie laut einem World-Vision-Bericht von der Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen in enormem Ausmaß.

Frankfurt a.M., Port Sudan (epd). Der Krieg im Sudan zerstört laut der Hilfsorganisation World Vision riesige Flächen Ackerland und damit zunehmend die Lebensgrundlage der Bevölkerung. Satellitenbilder zeigten, dass seit Beginn der Kämpfe im Jahr 2023 landwirtschaftlich nutzbare Flächen in der Größe der Schweiz verloren gegangen seien, erklärte das Kinderhilfswerk am Mittwoch unter Bezug auf von ihm beauftragte Aufnahmen.

Der Vergleich mit Bildern von 2023 habe schon für das vergangene Jahr ergeben, dass fast 40.000 Quadratkilometer nicht mehr bestellt würden und zunehmend verwilderten, heißt es in dem Bericht zu Folgen des Konflikts für die Bevölkerung. Das verschärfe die bereits schwerste humanitäre Krise der Welt weiter.

Hungerkrise über Krieg hinaus befürchtet

Als Hauptgrund für die Verwüstung der Flächen macht World Vision Vertreibungen der Zivilbevölkerung verantwortlich. Außerdem seien Bewässerungssysteme bei Angriffen zerstört worden. Zusätzlich erschwerten noch stark gestiegene Preise für Dünger und Treibstoffe den Anbau von Nahrungsmitteln. Die Bilder zeigten auch, dass nicht etwa Trockenperioden für den Verlust landwirtschaftlicher Fläche verantwortlich seien: Flüsse und Seen seien auf den Aufnahmen von 2025 ebenso wie 2023 mit Wasser gefüllt gewesen.

Die verheerenden Folgen des Konflikts auf die Landwirtschaft wirkten sich auch langfristig aus, betonte World-Vision-Expertin Fiona Uellendahl. „Die Felder können nicht einfach wieder bestellt werden, denn es fehlt an landwirtschaftlichem Gerät und Saatgut. Die Menschen haben keine Reserven mehr. Es droht eine Ausweitung und ein Fortdauern der Hungerkrise, auch über ein mögliches Kriegsende hinaus.“

Im Sudan kämpfen seit April 2023 die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) gegen die Armee. Der Krieg hat eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. Millionen Menschen sind auf der Flucht.