Bundespräsident beim zehnten Jahrestag des Münchner OEZ-Attentats

Bundespräsident beim zehnten Jahrestag des Münchner OEZ-Attentats
Bei dem Attentat am Münchner Olympia-Einkaufszentrum starben vor zehn Jahren acht Jugendliche und eine Erwachsene durch die Kugeln eines rechtsextremen 18-Jährigen. Bei der Gedenkfeier am 22. Juli spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

München (epd). Mit einem Gedenkakt erinnert die Stadt München am 22. Juli an den zehnten Jahrestag des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), bei dem ein rechtsextremer 18-Jähriger neun Menschen ermordet hatte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) halten die Reden, teilte die Stadt in einer Mitteilung vom Dienstag mit. Zu der Veranstaltung am Denkmal vor dem OEZ werden Angehörige und Hinterbliebene der Opfer sowie Überlebende des Anschlags erwartet.

Das Attentat am OEZ habe München vor zehn Jahren erschüttert und tiefe Wunden hinterlassen, sagte Oberbürgermeister Dominik Krause laut Mitteilung. Es sei gezielt gegen die Vielfalt der Stadtgesellschaft gerichtet gewesen. „Ich sage es deswegen klar und deutlich: Das Attentat am OEZ war ein rechtsextremes und rassistisches Attentat.“ Das Gedenken verpflichte zum „hinschauen, erinnern, benennen“, so Krause.

„Rassismus ist größte Bedrohung für Stadtgesellschaft“

Die Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt betonte laut Mitteilung, dass Rassismus und Rechtsextremismus „die größten Bedrohungen für eine solidarische und vielfältige Stadtgesellschaft“ seien. Viel zu lange sei das Attentat am OEZ als unpolitischer Amoklauf verharmlost worden. Das Gedenken sei deshalb „nicht nur Erinnern und Trauern, sondern auch ein öffentliches Anerkennen von rechtsextremer und rassistischer Gewalt“.

Am 22. Juli 2016 hatte der 18-jährige David S. in einem McDonalds-Restaurant am OEZ und in dessen Umgebung neun Menschen erschossen, davon acht Jugendliche sowie eine 45-Jährige. Alle Opfer stammten aus Familien mit Migrationsgeschichte. Als der Täter von der Polizei gefasst wurde, tötete er sich selbst. Die Behörden gingen von einem Amoklauf aus. Erst auf Druck der Angehörigen wurden Gutachten in Auftrag gegeben, die die Taten als rechtsterroristisch und rassistisch einordneten.