Weiter keine Nachfolgelösung für Missbrauchsfonds

Weiter keine Nachfolgelösung für Missbrauchsfonds
Die Zukunft des Fonds sexueller Missbrauch bleibt ungewiss. Im Bundeshaushalt für 2027 ist bislang keine Nachfolgelösung eingeplant.

Berlin (epd). Die Bundesregierung hat bisher keine Lösung gefunden, um Missbrauchsbetroffenen den Zugang zu niedrigschwelligen Hilfen zu sichern. „Zur Weiterführung des Ergänzenden Hilfesystems ist noch keine finale Entscheidung getroffen worden“, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums am Montag nach dem Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt 2027 dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ein Konzept für eine Nachfolgelösung für den Fonds sexueller Missbrauch werde derzeit noch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt, insbesondere mit dem Finanzministerium.

Der 2013 eingerichtete Fonds war im vergangenen Jahr wegen rechtlicher Bedenken gestoppt worden. Seit Mitte März 2025 können keine neuen Anträge mehr bewilligt werden. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) stellte Ende 2025 eine rechtssichere Nachfolgelösung in Aussicht, wies aber darauf hin, dass dies kompliziert werde. Vermutlich könne erst 2027 frisches Geld zur Verfügung gestellt werden.

Der Bundestag ist am Zug

Der Ministeriumssprecher verwies am Montag auf das anstehende parlamentarische Verfahren zum Haushalt für das kommende Jahr: Über die künftige Finanzierung des Fonds „muss im Ergebnis der Deutsche Bundestag entscheiden“, sagte er. Verabschiedet wird der Etat im Parlament erst im November.

Der Fonds ermöglichte Betroffenen von sexueller Gewalt die Finanzierung von Hilfen, die über das reguläre Sozialsystem kaum oder nur auf kompliziertem Wege zu bekommen sind. Beispiele reichten von einer speziellen Therapie über einen Umzug bis hin zu einem Assistenzhund.