Genf (epd). Der UN-Menschenrechtsrat hat eine Untersuchung der Gewalttaten rund um die belagerte Stadt El Obeid im Konfliktland Sudan angeordnet. Zudem verurteilte der Menschenrechtsrat am Montag in Genf die Gräueltaten der paramilitärischen Gruppe „Rapid Support Forces“, die El Obeid belagert.
Laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte sind in El Obeid im Juni mindestens 45 Zivilisten getötet und 45 weitere verletzt worden. Die Bevölkerung sei von einer „Menschenrechtskatastrophe“ bedroht. Die Armee des Sudans und die Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF) liefern sich dort heftige Kämpfe. El Obeid ist die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan.
Hunderte getötete und verletzte Kinder
Der seit mehr als drei Jahren tobende Krieg im Sudan wird von den RSF-Kämpfern und der Armee mit brutaler Härte geführt, unter der vor allem die Bevölkerung leidet. Dem Kinderhilfswerk Unicef zufolge wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mindestens 330 Kinder getötet oder verletzt. Die meisten Opfer unter Kindern seien aus den Regionen Darfur und Kordofan gemeldet worden.
Der Konflikt hat zu einer der größten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen und hat nicht genug zu essen. Der Zugang zu Hilfe ist besonders in den umkämpften Gebieten extrem eingeschränkt.




