Buddhisten weltweit feiern Geburtstag des Dalai Lama

Buddhisten weltweit feiern Geburtstag des Dalai Lama
Der 14. Dalai Lama zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten im Dialog der Religionen. Tenzin Gyatso - so sein Mönchsname - gilt weltweit zudem als lebendes Symbol für eine Ethik des Mitgefühls. Am Montag wurde er 91 Jahre alt.

Frankfurt a.M., Berlin (epd). Buddhisten in aller Welt haben am Montag den 91. Geburtstag des 14. Dalai Lama gefeiert. „Ein Grund zur Freude und Dankbarkeit für die Tibeter und alle, die sich dem Dalai Lama verbunden fühlen“, erklärte die „International Campaign for Tibet“ in Berlin. Im Westen verehrt seine Anhängerschaft ihn als spirituelles Vorbild und Inbegriff von Weisheit, darunter der US-Schauspieler Richard Gere. Im Jahr 2011 entschloss er sich dazu, seine politische Macht an die tibetische Exilregierung abzugeben.

Das heutige geistliche Oberhaupt der Tibeter kam am 6. Juli 1935 in einer Bauernfamilie in der damaligen tibetischen Provinz Amdo zur Welt. Im Alter von zwei Jahren wurde er als Reinkarnation des verstorbenen 13. Dalai Lama anerkannt. 1959 floh der Dalai Lama angesichts der zunehmenden Bedrohung durch chinesische Truppen aus Lhasa ins Exil nach Indien. Seit 1960 lebt er in Dharamsala, wo auch die tibetische Exilregierung ihren Sitz hat. Die chinesischen Truppen sind im Oktober 1950 in Tibet einmarschiert, China betrachtet Tibet heute als „autonomen Teil“ seines Staatsgebiets.

Erfolgreiche Knie-OP

Nach Angaben seiner offiziellen Website unterzog sich der Dalai Lama am 8. Juni in Neu-Delhi erfolgreich einer Kniegelenkersatz-Operation. Danach sei er in stabilem Zustand und auf dem Weg zur vollständigen Erholung gewesen. Am 12. Juni wurde er den Angaben zufolge entlassen.

Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat er seine Nachfolge geregelt. Die Institution des Dalai Lama werde fortbestehen, erklärte er Anfang Juli 2025 im indischen Dharamsala. Er komme damit vor allem entsprechenden Appellen von Tibeterinnen und Tibetern nach. Die Ankündigung wurde weltweit begrüßt. Zugleich äußerten Menschenrechtler die Sorge, dass China sich künftig in das traditionelle Verfahren zur Bestimmung eines Dalai Lamas einmischen könnte. Daher stellte er klar: Die Suche nach dem nächsten geistlichen Oberhaupt ist allein Sache der Tibeter.